Allgemein
gone-fishingDie Präsenz der „Isarfischer“ in den Medien und auf dem Buchmarkt ist ungebrochen. Diesem Thema ist bereits ein eigener Thread im Mitglieder-Forum gewidmet, der laufend aktualisiert wird.

Unter unseren Mitgliedern befinden sich begnadete Buchautoren. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit sind hier beispielhaft zu nennen: Thomas Wölfle, der in Koproduktion mit Michi Knoch das bereits legendäre Buch „Mit 20 Fliegenmustern um die Welt“ publiziert hat oder Peter Klimesch, der in „Isarlust“ fundiert die Historie und Gegenwart des berühmten Münchner Stadtflusses beleuchtet.
Über beide Bücher werden wir in Kürze noch ausführlich berichten.
Der ehemalige Focus-Redakteur und „Isarfischer“ Sven F. Goergens legt nun ein belletristisches Werk vor, das an die angelsächsische Tradition der Abenteuerliteratur anknüpft.
Der anekdotische Roman „Gone Fishing“  entführt seine Leser auf eine anglerische Weltreise. In fernen Traumrevieren von Grönland bis Tobago erlebt der Erzähler und Protagonist Triumphe und Niederlagen. Letztere überwiegen dabei. Augenzwinkernd und voller Selbstironie analysiert Sven F. Goergens eine Passion, die naturgemäß reichlich Gelegenheit zum Scheitern bietet.
Da gehen in einem abgelegenem Zeltlager am Polarkreis die Vorräte und der Brennstoff zur Neige, in Südtirol sind die scheuen Forellen nur im Liegen zu überlisten und die schöne Münchner Isar entzieht sich dem Zugriff des Fliegenfischers durch Hochwasser oder Sperrzeiten.
Der Autor von „Gone Fishing“ möchte wegen solcher Fährnisse schon verzweifeln, da taucht am Flaucher eine schöne Undine auf und kuriert in einer Liebesnacht das angeschlagene Selbstvertrauen des Erzählers.
Eine Leseprobe:


Am Flaucher, wo Münchens berühmt-berüchtigte »Nackerten« den Fluss belagern, schwimmt an heißen Sommerwochenenden mehr sonnengebräuntes Fleisch als Fisch. Es herrscht Trubel wie auf dem Jahrmarkt, Grillschwaden hängen in der Luft, Schlauchbötchen werden von kleinen Piraten geentert, Hunde balgen sich im Uferwasser und Mountainbiker brettern über die Pfade der renaturierten Auwälder. Vergnügungssüchtige, Erholungssuchende, Extremsportler – nicht nur der Fluss hat einiges auszuhalten, auch der Angler findet kaum ein ruhiges Plätzchen mehr.
Geduld und Gelassenheit, die Kardinaltugenden des Petrijüngers, sind dann gefragt. Da wollen militante Tierschützer über zurückgesetzte Fische einen Streit vom Zaun brechen, Hundebesitzer drohen mit Anzeige, weil ihr unerzogener Liebling sich in der Schnur verheddert hat, neugierige Kinder wollen das Innere einer Fliegendose besichtigen, Angetrunkene grölen überflüssige Angeltipps und hübsche Mädels möchten vom Fliegenfischer wissen, ob das nicht die elegante Angeltechnik sei, in der sich Brad Pitt im Hollywoodstreifen »Aus der Mitte entspringt ein Fluss« übt.
Meine geliebte, übervölkerte Isar hält mehr Abenteuer und Überraschungen bereit als manch wilder Gebirgssee. An ihren Ufern habe ich Freundschaften geknüpft, Feindschaften gepflegt, sogar einmal Amore gemacht. An die erinnere ich mich besonders gerne: Eine wunderschöne, halb veronesische, halb münchnerische Undine bot mir einen Kuss und die Einladung zum Picknick ihrer Freundinnen, wenn ich nur die eben gefangene Forelle wieder laufen ließe. Das Tier habe so traurige, kluge Augen. Natürlich war meine Julia schon ein wenig beschwipst oder bekifft oder beides und ganz offensichtlich leichte Beute. Ich war ihr gerne zu Diensten, ließ das Fischlein ohne Bedauern schwimmen, ich hatte ja ein viel verführerischeres an meiner Angel. Es wurde ein langer Abend an meinem sommerlichen Fluss. Wir tranken billigen Sekt, ließen uns von Mücken stechen, kühlten uns im mondbeschienenen Wasser und schlugen uns auf der Suche nach Feuerholz Händchen haltend durchs Unterholz.
Ich glaube, mein Schätzchen, dort sind wir beide dann schließlich zu Fall und zur Sache gekommen. Und immer wenn ich an dich denke, meine Isar-Undine für eine Nacht, preise ich das kluge Forellchen, das mir im richtigen Augenblick an den Haken ging. Leider fällt mir dann auch immer meine verlorene Schachtel mit Trockenfliegen ein, die mir im Liebesgetümmel aus der Tasche glitt und auch am verkaterten nächsten Morgen nicht wieder auftauchte.


Aber nicht nur der Isar setzt der Autor ein humoriges Denkmal. Auch der Wiesenbach seiner Kindheit, im dem der Wurm badende Knirps seine ersten Forellen räubert, schimmert wehmütig noch einmal auf. Schließlich sind es nicht allein die großen Fische, die uns beglücken. Es sind die Sternstunden am Wasser, die unsere Leidenschaft lebendig halten.
Manch einer unserer Isarfischer-Kollegen wird sich übrigens in dem Buch wiedererkennen. Welche genau dem Autor von „Gone Fishing“ an den Haken gegangen sind, verraten wir aber nicht.
Für den Herbst ist eine Lesung des Autors Sven F. Goergens am „Fliegenfischerstammtisch“ geplant. Das Datum geben wir demnächst bekannt.
Das Buch „Gone Fishing – Bekenntnisse eines Besessenen“ erschien beim Kosmos-Verlag und ist für 16,95 Euro im Buchhandel und bei allen großen Internethändlern wie Amazon erhältlich.

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